Sanierung des „Freizeitbad Panoramablick“

Beim Panoramablick bleibt eine gewaltige Finanzierungslücke

Die Sanierung des Freizeitbads „Panoramablick“ in Eibelshausen steht in den kommenden Jahren an. Ein konkreter Starttermin ist bislang noch nicht festgelegt. Nach den bisherigen Planungen sollen die Arbeiten erst beginnen, wenn die Sanierung der „Aquarena“ in Dillenburg abgeschlossen ist. Klar ist aber schon heute: Die Kosten werden erheblich.

Die Nachricht klingt zunächst erfreulich: Der Bund stellt 600.000 Euro für die geplante Sanierung des Freizeitbads „Panoramablick“ zur Verfügung. Bei geschätzten Sanierungskosten von rund 7,8 Millionen Euro brutto ist das allerdings nur ein vergleichsweise kleiner Teil der Gesamtsumme.

Rechnet man schlicht nach, bleiben zunächst rund 7,2 Millionen Euro, deren Finanzierung anderweitig sichergestellt werden muss. Die 600.000 Euro entsprechen gerade einmal rund 7,7 Prozent der derzeit genannten Sanierungskosten.

Natürlich können noch weitere Fördermittel hinzukommen. Aber auch Fördermittel fallen nicht vom Himmel und ersetzen vor allem keine solide Gesamtfinanzierung. Selbst bei zusätzlichen Zuschüssen bleibt voraussichtlich ein erheblicher Millionenbetrag übrig, der vom Zweckverband und damit letztlich von den beteiligten Kommunen Eschenburg und Dietzhölztal getragen oder finanziert werden muss.

Gleichzeitig stehen beim Abwasser bereits Millionenbelastungen an

Genau hier muss man das Gesamtbild betrachten. Eschenburg hat derzeit nicht nur die Schwimmbadsanierung vor sich.

Für den Neubau der Kläranlage des Abwasserverbandes „Obere Dietzhölze“ steht für Eschenburg bereits eine Belastung von mehr als 23 Millionen Euro im Raum. Zusätzlich kommen weitere Investitionen im Abwasserbereich hinzu.

Damit reden wir innerhalb weniger Jahre über mehrere große Infrastrukturprojekte, deren Kosten am Ende irgendwo im kommunalen Haushalt, bei den Verbänden, über Beiträge, Gebühren oder über Kredite auftauchen müssen. Geld lässt sich schließlich auch im kommunalen Haushalt nicht dadurch vermehren, dass man es auf verschiedene Projekte verteilt. Schade eigentlich, das hätte vieles einfacher gemacht.

Das Freizeitbad ist ohne Zweifel eine wichtige Einrichtung für Schulen, Vereine, Familien und den Schwimmsport. Das beantwortet aber noch nicht die entscheidende Frage: Wie soll der verbleibende Millionenbetrag finanziert werden, ohne die Bürger und den kommunalen Haushalt zusätzlich über Gebühr zu belasten?

Gerade angesichts der gleichzeitig anstehenden Investitionen in die Abwasserinfrastruktur reicht es deshalb nicht, nur die 600.000 Euro Förderung herauszustellen. Zu einer ehrlichen Betrachtung gehören ebenso die restlichen rund 7,2 Millionen Euro und ein nachvollziehbarer Finanzierungsplan.

Denn am Ende zählt nicht, wie hoch der Förderbescheid ist, sondern welche Rechnung nach Abzug aller Fördermittel tatsächlich bei Eschenburg und Dietzhölztal liegen bleibt.

Während gleichzeitig Millionen für Schwimmbad und Abwasserinfrastruktur finanziert werden müssen, sollte man meinen, dass Sparsamkeit ganz oben auf der Prioritätenliste steht. Stattdessen steht weiterhin ein Grundstückskauf im Raum, obwohl eine konkrete und zwingende Verwendung bislang nicht erkennbar ist. Wer in einer solchen Finanzlage auf Vorrat kaufen will, muss den Bürgern erklären, warum ausgerechnet dafür Geld vorhanden sein soll.

Mirko Fuchs – Fraktionsvorsitzender