Große Ausgaben, offene Fragen und am Ende zahlt der Bürger
Eschenburg steht in den nächsten Jahren vor finanziellen Aufgaben, die man nicht mehr einzeln betrachten kann. Der beschlossene Haushalt 2026 weist bereits einen geplanten Fehlbedarf von rund 2,8 Millionen Euro aus. Gleichzeitig stehen große Investitionen an. Allein der Eschenburger Anteil am Neubau der Kläranlage wird mit rund 23,8 Millionen Euro beziffert. Hinzu kommen rund 1,9 Millionen Euro eigene Investitionen der Gemeindewerke im Abwasserbereich.
Dazu kommen das Freizeitbad, Feuerwehrgerätehäuser, Kindergarten, Straßen, Wasserleitungen, Kanäle und die Unterhaltung unserer gemeindlichen Gebäude. Vieles davon ist notwendig und lässt sich nicht einfach streichen.
Gerade deshalb müssen wir bei den Ausgaben, über die wir selbst entscheiden können, umso genauer hinschauen.
Ein Beispiel ist der geplante Kauf des Grundstücks Simmersbacher Straße 4. Positiv ist, dass der Kaufpreis inzwischen auf 112.000 Euro gedeckelt wurde. Trotzdem lehnen wir den Kauf auch zu diesem Preis weiterhin ab.
Warum? Weil es eben nicht bei 112.000 Euro bleiben muss. Nebenkosten kommen hinzu. Sollte das Gebäude später abgerissen und die Fläche hergerichtet werden, wird aus einem sechsstelligen Kaufpreis schnell eine deutlich größere Summe. Eine frühere vorsichtige Schätzung für eine Variante mit Kauf, Abriss und Herrichtung lag bei fast 300.000 Euro. Diese Summe ist keine feststehende aktuelle Gesamtkostenberechnung, zeigt aber die mögliche Größenordnung.
Für uns bleibt deshalb die entscheidende Frage: Brauchen wir dieses Grundstück jetzt wirklich? Ist es ein „Vorführen“, wenn man kritisch nachfragt? Nein!
Wenn gleichzeitig Millionen für Kläranlage, Schwimmbad und weitere Pflichtaufgaben finanziert werden müssen, reicht uns ein möglicher späterer Nutzen nicht aus. Genau in solchen Situationen zeigt sich, ob Politik tatsächlich Prioritäten setzt.
Unsere Vorstellung ist deshalb klar: Notwendige Infrastruktur zuerst. Danach muss geprüft werden, was warten kann, was kleiner geplant werden kann und auf welche zusätzlichen Ausgaben man vorerst verzichten sollte.
Wir behaupten nicht, dass sich die finanziellen Probleme Eschenburgs mit einem nicht gekauften Grundstück lösen lassen. Natürlich nicht. Aber viele einzelne Entscheidungen ergeben am Ende ebenfalls viel Geld.
Und genau deshalb sollte bei jeder zusätzlichen Ausgabe gefragt werden: Ist sie notwendig? Ist sie jetzt notwendig? Und können wir sie uns angesichts der bereits bekannten Belastungen leisten?
Wer von den Bürgern hohe Beiträge und Gebühren verlangt, muss bei den eigenen Ausgaben mindestens genauso kritisch rechnen.
Eschenburg braucht Investitionen. Aber Eschenburg braucht auch eine klare Reihenfolge.
Was notwendig ist, muss gemacht werden. Was warten kann, muss warten. Und was wir uns derzeit nicht leisten sollten, müssen wir auch einmal ablehnen können.
Denn am Ende gilt: Lieber haben als hätten, scheint für manche das Motto zu sein. Nur sollte man dabei nicht vergessen, dass es nicht das eigene Geld ist, das ausgegeben wird, sondern das der Bürger.
Ihre AfD – Fraktion Eschenburg
Hinweis: Die genannten Beträge entsprechen dem derzeit bekannten Planungs und Beratungsstand. Die frühere Summe von fast 300.000 Euro war eine vorsichtige Schätzung für eine Variante einschließlich Erwerb, Abriss und Herrichtung und stellt keine aktuell feststehende Gesamtsumme dar.
