Zwischen Feldweg und Schusslinie – wie sicher sind unsere Bürger wirklich?

Morgenspaziergang oder Kugelhagel – wo endet das Hobby und beginnt die Gefahr?

Man kann zur Jagd stehen, wie man will. Es gibt Befürworter, Gegner und viele dazwischen. Was aber nicht zur freien Geschmackssache gehört, ist die Sicherheit von Menschen im öffentlichen Raum. Und genau da wird es konkret.

Am Morgen des 1. Mai, gegen halb sieben, waren in Simmersbach bereits die ersten Spaziergänger und Walker unterwegs. Ein völlig normaler Start in den Tag. Was dann folgte, wirft Fragen auf. In unmittelbarer Nähe zum Sportplatz fiel ein Schuss, ein Rehbock wurde erlegt – sichtbar für Außenstehende, in einem Bereich, in dem sich zu diesem Zeitpunkt bereits Menschen bewegten.

Niemand bestreitet, dass Jagd rechtlich zulässig ist. Sie ist in Deutschland klar geregelt, unter anderem durch das Bundesjagdgesetz sowie durch die jeweiligen Landesjagdgesetze. Diese Regeln sind nicht bloß Formalien. Sie dienen genau einem Zweck: Gefahren für Dritte auszuschließen. Wer jagt, trägt eine besondere Verantwortung. Dazu gehört, dass jederzeit sichergestellt ist, dass keine Personen gefährdet werden. Dazu gehört auch, dass Jagd so organisiert wird, dass Unbeteiligte gar nicht erst in riskante Situationen geraten.

Und genau hier stellen sich Fragen:

War in diesem Fall für Außenstehende erkennbar, dass dort gejagt wird? Nein! Gab es Hinweise, Absperrungen oder zumindest sichtbare Maßnahmen, die Spaziergänger hätten warnen können? Nein! Oder bewegten sich Menschen ahnungslos in einem Gebiet, in dem zeitgleich geschossen wurde? Ja!

Denn eines ist klar: Sicherheit funktioniert nicht nach dem Prinzip „wird schon gut gehen“. Gerade in frei zugänglichen Feldbereichen, in denen regelmäßig Menschen unterwegs sind, muss Jagdausübung besonders sensibel erfolgen. Sichtkontakt, Kugelfang, Schussrichtung – all das sind keine theoretischen Begriffe, sondern elementare Voraussetzungen. Wenn gleichzeitig frühmorgens bereits Bürger unterwegs sind, stellt sich zwangsläufig die Frage, ob Ort und Zeitpunkt überhaupt geeignet waren.

Hinzu kommt die Wirkung nach außen. Wenn in unmittelbarer Nähe zu einem Sportplatz, sichtbar für Dritte, ein Tier erlegt wird, dann ist das nicht nur eine technische Frage der Rechtmäßigkeit. Es ist auch eine Frage von Augenmaß und Verantwortungsbewusstsein. Jagd findet nicht im luftleeren Raum statt, sondern mitten in der Lebensrealität der Menschen vor Ort.

Es geht hier nicht darum, pauschal über Jäger zu urteilen oder die Jagd grundsätzlich infrage zu stellen. Es geht um einen konkreten Eindruck: Menschen bewegen sich durch die Landschaft und parallel fallen Schüsse. Ohne erkennbare Hinweise. Ohne sichtbare Trennung.

Das wirft eine berechtigte Frage auf: Wird in solchen Momenten die Sicherheit der Bürger wirklich mit der notwendigen Priorität behandelt?

Wer die Jagd ernst nimmt, sollte genau an diesem Punkt besonders sensibel reagieren. Nicht aus Imagegründen, sondern aus Verantwortung. Denn Akzeptanz entsteht nicht durch Verweise auf Gesetze, sondern durch nachvollziehbares, umsichtiges Handeln vor Ort.

Mirko Fuchs – Fraktionsvorsitzender


Hinweis: Dieser Beitrag schildert eine persönliche Wahrnehmung eines konkreten Vorfalls und stellt Fragen zur Sicherheit und Organisation der Jagdausübung im öffentlichen Raum. Er erhebt keinen Anspruch auf vollständige Sachverhaltsaufklärung und enthält keine pauschale Bewertung einzelner Personen oder Gruppen.

Titelbild: KI – generiert, keine reale Szene



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