Kita „Neue Mitte“: Zeit für Vernunft

Wie zusätzliche Kosten vermieden werden können

In der jüngsten Bauausschusssitzung stellte das Bauamt zwei Möglichkeiten vor, wie das Platzproblem rund um die Kita „Neue Mitte“ gelöst werden könnte. Denn inzwischen ist deutlich geworden, dass die verfügbaren Außenflächen nicht ausreichen.

Damit stellt sich zwangsläufig die Frage, warum diese Problematik nicht bereits während der Planungsphase erkannt und berücksichtigt wurde. Heute zeigt sich, dass die Standortwahl erhebliche Herausforderungen mit sich bringt und die verfügbaren Flächen offenbar von Anfang an sehr knapp bemessen waren.

Das Bauamt präsentierte hierzu zwei Varianten.

Die erste Variante sieht den Erwerb des Grundstücks Simmersbacher Straße 4 vor. Das bestehende Gebäude müsste abgerissen und die Fläche für die Kita nutzbar gemacht werden. Die dafür veranschlagten Kosten belaufen sich auf rund 295.000 Euro.

Die zweite Variante nutzt ausschließlich die bereits vorhandenen Flächen des Gesamtgrundstücks. Dafür müsste das letzte verbliebene Gebäude auf dem Gelände abgerissen und die Fläche entsprechend hergerichtet werden. Die Kosten hierfür werden auf rund 145.000 Euro geschätzt.

Aus unserer Sicht kommt ausschließlich die zweite Variante in Betracht. Sie löst das bestehende Platzproblem mit deutlich geringeren Kosten und ermöglicht gleichzeitig, das Projekt endlich zu einem versöhnlichen Abschluss zu bringen.

Nach den Verzögerungen, den Planungsfehlern und den zusätzlichen Kosten darf es keine weiteren Experimente mehr geben. Die Bürger haben ein Recht darauf, dass dieses Projekt nun wirtschaftlich und verantwortungsvoll abgeschlossen wird.

Für Verwunderung sorgte in der Sitzung ein Gedanke aus den Reihen der CDU, beide Varianten gleichzeitig umzusetzen.

Während nach Einsparmöglichkeiten gesucht wird und an vielen Stellen die finanziellen Spielräume begrenzt sind, würde eine solche Lösung zusätzliche Kosten von insgesamt rund 440.000 Euro verursachen. Angesichts der Haushaltslage erscheint dies aus unserer Sicht nicht vertretbar. Steuergeld ist kein Selbstbedienungsladen, sondern Geld, das die Bürger zuvor erwirtschaften mussten.

Zumal mit der zweiten Variante bereits eine deutlich günstigere Lösung auf dem Tisch liegt. Für rund 145.000 Euro könnte das Platzproblem gelöst werden, ohne zusätzliche Grundstücke erwerben zu müssen. Gerade nach den bisherigen Verzögerungen und Mehrkosten sollte deshalb die wirtschaftlichste Lösung Vorrang haben.

Gleichzeitig wurde in der Sitzung deutlich, dass durchaus Einsparmöglichkeiten bestehen. So könnte auf die ursprünglich geplante Wärmepumpe verzichtet werden. Stattdessen wäre eine Anbindung an die neue Energieversorgung des Rathauses möglich.

Nach Angaben des Bauamtes soll dort künftig ein Blockheizkraftwerk installiert werden, das ausreichende Kapazitäten für Rathaus, Bürgerhaus und Kita bereitstellen kann. Diese Lösung könnte nicht nur Investitionskosten senken, sondern auch langfristig wirtschaftliche Vorteile bieten.

Wenn Einsparmöglichkeiten vorhanden sind, sollten diese konsequent geprüft und genutzt werden. Gerade bei einem Projekt, das bereits mehrfach für Diskussionen gesorgt hat, muss jeder zusätzliche Euro besonders kritisch hinterfragt werden.

Die eigentliche Frage bleibt jedoch bestehen: Wie konnte ein Millionenprojekt überhaupt an einen Punkt gelangen, an dem erst nachträglich festgestellt wird, dass die verfügbaren Flächen nicht ausreichen?

Die Bürger haben Anspruch auf eine ehrliche Aufarbeitung dieser Entwicklung. Denn am Ende geht es nicht nur um Gebäude und Grundstücke, sondern auch um Vertrauen in kommunale Entscheidungen und den verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Geldern.

Die Kita „Neue Mitte“ braucht jetzt vor allem eines: Vernunft. Nicht die teuerste Lösung ist gefragt, sondern die wirtschaftlich sinnvollste. Mit der Nutzung der bereits vorhandenen Flächen liegt eine Lösung auf dem Tisch, die das Projekt abschließen und gleichzeitig erhebliche Mehrkosten vermeiden kann. Diese Chance sollte genutzt werden.

Mirko Fuchs – Fraktionsvorsitzender


Titelbild: KI – unterstützt


 


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